FP-Wurm: „Sie bringen uns lieber das Alphabet näher, anstatt echte Lösungen für die Wirtschaft und Arbeitnehmer in Tirol zu präsentieren.“

Offener Brief von Nationalratsabgeordneten Peter Wurm an Wirtschaftskammerpräsident ‚Der Rabe‘ Bodenseer.

„Sie bringen uns lieber das Alphabet näher, anstatt echte Lösungen für die Wirtschaft und Arbeitnehmer in Tirol zu präsentieren. So wie Ihnen unverständlich ist den Arbeitsmarkt für ‚die ganze Welt‘ zu öffnen, ist mir unverständlich – bei einer derart hohen Arbeitslosenquote wie derzeit in Tirol – den heimischen Arbeitsmarkt für Asylwerber zu öffnen, deren Status, ob nämlich ein Asylgrund nach der Genfer Konvention vorliegt, noch gar feststeht, da das Verfahren noch läuft“, leitet FP-Nationalratsabgeordneter Peter Wurm einen offenen Brief an Wirtschaftskammerpräsident Dr. Jürgen Bodenseer ein, der wie folgt weiter lautet: „Es ist völlig sinnlos Asylwerber, deren Bescheide zu 80 Prozent abgelehnt werden, am heimischen Arbeitsmarkt zu integrieren, wenn sie nach einem halben Jahr das Land schließlich wieder verlassen müssen. Wichtig ist vor allem, dass die Verfahren – wie beispielsweise in der Schweiz – schnell und genau durchgeführt werden. Ich bin selbst Unternehmer und gerne bereit Ihnen eine Nachhilfestunde in Sachen Arbeitsmarktpolitik zu geben. Wenn Sie als Wirtschaftskammerpräsident nicht wissen, wie schlecht es um unsere heimische Wirtschaft steht, dann sollte Sie überlegen, ob Sie Ihrer Aufgabe wirklich gewachsen sind. Das Innenministerium hat bestätigt, dass rund 80 Prozent der Asylanträge negativ beschieden werden, weil es sich bei diesen Personen um reine Wirtschaftsflüchtlinge handelt, und nicht um Personen die nach der Genfer-Konvention berechtigen Schutzstatus genießen würden, dass sollten auch Sie wissen. In Zeiten wie diesen müssen andere Prioritäten gesetzt werden. Bevor unser Arbeitsmarkt noch weiter geöffnet wird, was durch den freien Zugang für rumänische und bulgarische EU-Bürger im heurigen Jänner bereits der Fall war, müssen freie Stellen zuerst an Arbeitssuchende und Langzeitarbeitslose vergeben werden, um die prekäre Beschäftigungssituation zu verbessern. Außerdem braucht es Infrastrukturmaßnahmen der öffentlichen Hand und bessere steuerliche Rahmenbedingungen für Einzelunternehmer und KMU.“