FPÖ-Wurm: „Keine Gentech-Lebensmittel durch die Hintertür!“

Parlamentarische Anfragebeantwortung des Gesundheitsministeriums stützt sich auf Sicherheitsbewertungen durch die EFSA, deren intransparente Gutachten und Bewertungen aber dem genauen Gegenteil des Vorsorgeprinzips entsprechen.

Anlass einer parlamentarischen Anfrage durch FP-Konsumentenschutzsprecher Peter Wurm war, dass ein kanadisches Biotech-Unternehmen Äpfel durch gentechnische Methoden dahingehend verändert hat, dass diese beim Aufschneiden nicht mehr braun werden können – durch die Freihandelsabkommen CETA und TTIP und den damit einhergehenden freien Warenhandel, könnte dieser Apfel bald auch auf europäischen Tellern liegen. „Ich finde es schon erstaunlich, wie der Stellenwert des Konsumentenschutzes in der EU und letztlich auch in Österreich leichtfertig gehandhabt wird“, kritisiert FP-Konsumentenschutzsprecher NAbg. Peter Wurm die Beantwortung durch Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser (SPÖ). In ihrer Anfragebeantwortung (Nr. 3639/AB) stützt sich die Ministerin auf die Sicherheitsbewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, kurz EFSA: „Für gentechnisch veränderte Äpfel liegt kein Antrag auf Zulassung in der EU vor und es gibt deshalb auch keine Sicherheitsbewertung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)“. „Die EFSA ist durchwegs mit industrienahen Gutachtern gespickt und führt selbst nicht einmal Untersuchungen durch um Sicherheitsbewertungen von Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelzusätzen abzugeben. Sie beruft sich ausschließlich auf Hersteller-Gutachten. Es müssen aber alle möglicherweise schädlichen Effekte auf die Gesundheit und auf die Umwelt ausgeschlossen werden – dieses Vorsorgeprinzip erfüllt die EFSA nicht!“, so Wurm. Erst unlängst hätte die EFSA die Einfuhr von 19 Genpflanzen, die größtenteils auch in Lebens- und Futtermitteln verwendet werden können, in der Europäische Union erlaubt. „Diese „Behörde“ stellt keine große Hürde, die es im Zusammenhang mit der Einfuhr von Gentechnik zu überbrücken gilt, dar. Die Österreicher wollen keine genetisch veränderten Organismen auf ihren Tellern haben – dies soll im Sinne des Konsumentenschutzes auch in Zukunft so bleiben“, so Wurm.

Hier der Link zur Anfragebeantwortung: http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/AB/AB_03639/imfname_403250.pdf